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Neues Kreuztor

1847 waren die drei Tore fertiggestellt, deren Feldseite Leo von Klenze sehr sorgfältig und aufwändig gestaltet hatte. Ursprünglich schloss sich jeweils an den Seiten der Hauptwall der Festung an. Der Hauptwall wurde nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend abgerissen, so daß die beiden erhaltenen Tore jetzt frei stehen und die ursprüngliche Funktion nicht mehr leicht nachzuvollziehen ist.
Im Zentrum über der Hauptdurchfahrt des Neuen Kreuztores befindet sich das bayerische Wappen. Auf dieses sind zwei prächtige Reiterfiguren ausgerichtet: Links Graf Solms, Herr zu Münzenberg, dessen Tätigkeit bereits gewürdigt wurde, ihm gegenüber Daniel Speckle (1536 - 1589) aus Straßburg, der in jener Zeit ebenfalls zur ersten Garnitur des Festungsbaues im Deutschen Reich zählte. Während am Neuen Feldkirchner Tor also die Baumeister der damals neuen Festung (Becker und Streiter) dargestellt sind, hat man hier der Baumeister der alten Festung gedacht.
Damit wurde nun ein Irrtum verewigt. Als Klenze die Torfassade konzipierte galt es als wissenschaftlich erwiesen, daß Speckle auch am Bau der bastionierten Festung beteiligt war. Rund 30 Jahre nach Öffnung der neuen Tore ergaben dann die akribischen Forschungen eines bayerischen Ingenieur-0ffziers, daß die Ingolstädter Festungswerke längst fertiggestellt waren als Speckle nach Bayern kam. Aber belassen wir Speckle
ruhig an seinem schönen Platz: Warum soll man in einer alten Festungsstadt nicht an einen braven Festungsbauer denken, auch wenn er vermutlich nie in Ingolstadt gewesen ist?