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Turm Baur

Die Befestigung des neuen Brückenkopfes wurde besonders sorgsam geplant, denn die strategisch wichtige Donaubrücke sollte möglichst lange in der Hand der Verteidiger bleiben. Alle wichtigen Festungsbauten des Brückenkopfes sind in der von dem Festungsbaudirektor Michael von Streiter konzipierten runden Befestigungsweise ausgeführt worden. Die Fassadengestaltung oblag Leo von Klenze.
Man kann den Turm auch als einen Kavalier klassifizieren, denn er hatte dieselben Aufgaben: Zwei Stockwerke mit Geschützen warteten auf einen Gegner, dem es gelingen sollte den Hauptwall zu stürmen und vom Dach aus konnte eine Batterie über den Wall hinweg das Vorfeld der Festung unter Feuer nehmen. Doch der Kommandant des Werkes hatte noch eine Verpflichtung, denn er mußte auch alles tun um frühzeitige Angriffe gegen Reduit Tilly abzuwehren. Daher war ursprünglich noch ein dritter Turm unmittelbar vor der Südfront des Reduits geplant gewesen. Dieser wurde erst gar nicht mehr begonnen, weil man erkannte, daß diese hoch aufragenden Bauten einer weiterentwickelten Artillerie ein großes Ziel boten.
Der Turm wurde zwischen 1828 und 1841 erbaut. Heute wird er von der städtischen Sing- und Musikschule genutzt. Seinen Namen hat der Turm erst 1911 erhalten. Dies war darauf zurückzuführen, daß die Stadt den eingetauschten östlichen Wall der unregelmäßigen Fronten einlegte und damit auch der alte Kavalier Baur (die Reste liegen heute unter dem Scherbelberg) der Spitzhacke zum Opfer fiel. Da die Erinnerung an einen verdienten Offizier aber nicht untergehen sollte entschied sich das Kriegsministerium für die Namensübertragung. Carl von Baur (*1777 Ludwigsburg/Württemberg - + 1847 München) trat 1805 in die Bayerische Armee ein, kämpfte in den Napoleonischen Kriegen und spielte auch beim Festungsbau in Ingolstadt eine nicht ganz unbedeutende Rolle. Er starb als Generalquartiermeister der Armee.